Halbfinale!!! 30 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.3 comments
Deutschland ist im Halbfinale und wir haben es „gesehen“
. Leider nur über den ARD-Live Ticker, aber das war auch sehr spannend!! Wir werden jetzt mal schlafen gehen, es ist gleich 4 Uhr morgens.
Deutschland wird Weltmeister!!!
Dankeschön 30 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.add a comment
An dieser Stelle möchten wir uns einmal recht herzlich bei allen bedanken, die reges Interesse an unserer Seite zeigen, die Seite lesen und ganz viele Kommentare auf diese setzen.
Danke!
Cradle Mountain Tour 29 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.1 comment so far
Die Nachtwanderung war echt gut. Wie verabredet trafen wir uns um 10 vor 6 am vereinbarten Punkt. Wir waren 12 Personen, eine davon hatte leider etwas verwechselt. Sie dachte anscheinend, wir würden zur Oper gehen, sie hatte nämlich ihre Stöckelschuhe an. Das perfekte Schuhwerk, um sehr scheue und nachtaktive Tiere zu beobachten! Naja gut, letztendlich konnten wir doch noch einige Tiere sehen, unter anderem Wombats, Possums, Quolls und Pademelons beobachten. Der Ranger hatte eine Taschenlampe mit Rotlichtfilter, um die empfindlichen Augen der Tiere nicht zu schädigen.
Danach sind wir dann doch etwas verfroren zum Campingplatz zurück gedüst. Dort angekommen wollten wir auch direkt kochen, da wir einen Bärenhunger hatten.
Nach dem Essen gesellten wir uns noch zu zwei anderen Backpackern, die am lodernden Feuer saßen. Nach einigen sehr gemütlichen Stunden sind wir für unsere Verhältnisse einmal sehr spät ins Bett gegangen. Es war nämlich, sage und schreibe, schon halb 11.
Heute Morgen sind wir dann wieder zum Berg gefahren, denn er hat gerufen! Wir hatten ja schließlich die Tour zum Gipfel geplant. Nach einem heftigen Aufstieg sind wir dann an der „Kitchen Hut“ angekommen. Sie ist eine Station des Overland Tracks. Von dort aus konnte man dem Overland Track folgen, auf den Gipfel steigen oder den „Face Track“ auf sich nehmen, welchen wir auch genommen haben. Dieser führt an der Unterkante des Cradle Mountain entlang. Wir entschlossen uns eine „Abkürzung“ zu nehmen um schnellstmöglich wieder zum Camper zurück zu kommen, da Daniela an diesem Tag doch etwas unfit war, um den ganzen Track zu bestehen. Auf unserer Karte ist diese Abkürzung mit „rough & steep“ (rau und steil) bezeichnet. Das merkten wir dann auch beim Abstieg.Und dann war ich auch ganz schön froh über die Abkürzung
.
Unten angekommen merkten wir jeden einzelnen Knochen in unseren Beinen. Jetzt noch mal schnell zum Auto und wieder zurück in unseren gemütlichen Campingplatz mit beheiztem Pool und Whirlpool. Aber eine kleine Schrecksekunde blieb doch noch.
Wegen Nebel hatte ich am Morgen beim Fahren das Licht angemacht. Aber leider nicht mehr aus. Also brannte vier Stunden lang das Licht am Auto. Irgendwie brennt dann bei unserem Toyota sogar das Abblendlicht. Ich kenn es nur so, dass nur das Standlicht brennt, wenn die Zündung aus ist. Aber egal, ist vielleicht alles anderes hier. Wir wunderten uns schon, warum die Fernbedienung am Schlüssel nicht ging, aber mit einer leeren Batterie geht das beste Auto nicht.
Wir hatten Glück, eine Umdrehung packte der Anlasser noch und es sollte reichen, den „Big-Block“ anzuwerfen.
So, jetzt sitzen wir gerade im Auto, machen Hausaufgaben, warten auf eine Pizza, um dann nach dem Essen noch eine kleine Runde ins Wasser zu springen.
Bis die Tage.
Cradle Mountain – Startpunkt des Overland-Track 28 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.add a comment
Um gleich alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: Wir konnten den Overland-Track leider nicht machen, weil wir – wie bereits erwähnt – noch nicht fit genug sind dafür. Aber ok, natürlich wollten wir uns Tasmanien’s höchsten Berg trotzdem mal ansehen. Dort angekommen, haben wir uns zuerst einmal im Visitor-Centre schlau gemacht, ob wir denn wenigstens eine Tagestour zum Gipfel machen könnten. Aufgrund von Schnee und Eis riet uns der Ranger allerdings unbedingt davon ab. Na toll! Und jetzt? Für heute ist eh nur noch eine 1-2 stündige Tour drin, weil es dann ja schon wieder dunkel wird. Also, auf zum Dove Lake. Von dort aus hat man einen richtig schönen Blick auf den Cradle Mountain und der Rundweg war auch ganz gut.
Wir konnten einige Postkarten-Fotos schießen. Aber dann müssen wir uns auch schon wieder beeilen, weil wir beim Ranger eine kostenlose Nachtwanderung gebucht haben, die um 18.00h losgeht. Aber darüber können wir euch morgen erst mehr berichten. Währenddessen überlegen wir uns heute abend wie wir morgen dann unseren Tag bestreiten werden, um doch noch möglichst nah zum Gipfel zu kommen. Bis dann, macht’s mal gut und liebe Grüße!!
Stanley – „The Nut“ 27 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.add a comment
Nach unserem Faulenzer-Tag gestern, mussten wir uns heute mal wieder ein bisschen bewegen. Und in der Nähe gibt es ein süßes, kleines Dörfchen genannt Stanley. Dort gibt es auch einen Berg, der aus Lavamassen vor weiß Gott wie vielen Jahren irgendwann mal entstanden ist. Und irgendjemand meinte, dass dieser Berg nun aussieht wie eine „Nut“ und seitdem heißt der Gute auch so. Nach oben kommt man mit einem Sessellift. Oben angekommen kann man dann einen einstündigen Rundgang machen. Das war wirklich sehr schön, vor allem die Aussicht war toll. Und wir haben, da es ein wenig angefangen hat zu nieseln, auch einen ganzen Regenbogen gesehen, was bei uns zu Hause ja eher selten der Fall ist.
Montezuma Falls 25 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.add a comment
Heute sind wir auf dem Weg zu den Montezuma Falls. Das soll einer der größten Wasserfälle Tasmaniens sein. Mit gut 108 Metern doch schon ganz schön mächtig. Leider führen sie um diese Zeit nicht so viel Wasser, aber man kann sich vorstellen, dass man ganz schön nass wird wenn nach dem Winter die Schneeschmelze einsetzt. Ach ja, hier war Daniela auch wieder ganz schön mutig und hat sich auf eine Hängebrücke gewagt, die eine Lauffläche von ca. 15cm hatte. Aber seht selbst:
Eigentlich wollten wir in Roseberry übernachten und am nächsten Tag zum Cradle Mountain fahren. Am Campingplatz angekommen, haben wir uns die Sache dann doch noch mal anders überlegt. Er war nicht wirklich toll. Nach dem wir dann die Route umgeworfen haben, sind wir dann schon wieder an der Nordküste, wo wir angefangen haben. Das hat uns dann ganz schnell wieder daran erinnert, dass wir gerade mal noch 1 ½ Wochen hier auf Tasmanien sind und es dann bereits weiter geht nach Neuseeland. Wow, die Zeit rennt einfach nur!
Nun gut, unser Ziel war dann also Wynyard, in der Nähe von Burnie. Der Campingplatz hat uns so gut gefallen, dass wir dort auf jeden Fall zwei Nächte bleiben wollten. Denn er hat sogar einen beheizten Indoor-Pool und einen Whirlpool. Das haben wir uns nach 5 Wochen im Camper wohl mal verdient. Die Manager waren außerdem auch supernett und sympathisch, dass wir uns hier gleich wohl gefühlt haben. Am nächsten Tag haben wir dann mal gar nichts gemacht. Einfach nur relaxt, im Pool und Whirlpool entspannt und schon einmal grob die „Koffer“ für Neuseeland gepackt. Das war gar nicht so einfach
. Man glaubt gar nicht, was man alles so hat, wenn das verstreut im Camper rumfliegt. Nun gut.
Für de Morc ;) 25 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.1 comment so far
So, jetzt haben wir mal so nen Road-Train gefunden. Hier auf Tasmanien sind die nicht ganz so groß wie auf dem Festland. Aber wir denken, der ist auch ganz gut.
Weil de Morc ja unbedingt mal so ein Ding fahren will, hier mal ein kleiner Vorgeschmack:
@ Katja: Deine Aufgabe ist es, es em Marc zu zeigen!
Und noch was anderes: Wer glaubt, dass die Strudel bei ablaufendem Wasser (zB im Waschbecken) andersherum sind als bei uns in Deutschland, der liegt falsch!
Von Hobart zur Westküste Tasmaniens 24 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.1 comment so far
20.06.06 Hobart und unser Wellness-Tag
Wir sind immer noch in Hobart. Da wir die letzten vier Wochen nur durch die Gegend gefahren sind und alles genau unter die Lupe genommen haben sind wir dessen jetzt ein wenig müde. Deshalb haben wir beschlossen mal einen ruhigen Tag in Hobart zu verbringen. Also entschlossen wir uns für einen Wellness-Tag. Wir hatten am Campingplatz ein Prospekt von einem SPA direkt in der City entdeckt. Dort sind wir dann auch direkt mal hin gefahren um uns anzumelden und einen Termin für 13:15 Uhr zu bekommen. Das ganze sollte 1,5 Stunden dauern und beinhaltete eine Schultermassage während man im Whirlpool liegt, eine Massage-Dusche und eine halbstündige Massage von zwei hübschen jungen Mädels. War halt eher was für Andreas
. Als diese tolle Prozedur dann vorbei war haben wir uns direkt auf zu unserem nächsten Campingplatz gemacht.
„Heimat Chalets“ hieß er. Wir dachten schon, mh, an dem Namen ist doch was dran, lass uns mal hin gucken fahren! Gesagt getan. Ca. 30 km von Hobart entfernt erwartete uns unser Ziel. Wir waren begeistert. Hier hat sich ein Schweizer mit seiner Australischen Frau niedergelassen und anscheinend als Hobby diesen kleinen aber sehr feinen „Camping Platz“ errichtet. Es ist nicht direkt ein Camping Platz, es ist viel mehr…. Nein, das muss man anderes erklären. Also es ist so, es gibt zwei Häuser die man mieten kann, mit allem was man zum Urlaub machen braucht, und zwei Stellplätze für Camper. Diese zwei Plätze haben jeweils ihre eigene Dusche und ihr eigenes Klo. Das bedeutete, man stellt den Camper direkt neben das kleine Häuschen und hat dann alles was man braucht. Dazu gibt es noch eine sehr schöne BBQ-Hütte mit toller Feuerstelle, BBQ und allem was man zum Kochen braucht.
Viel mehr will ich jetzt auch noch nicht darüber schreiben, weil wir uns vielleicht noch entschließen werden einen Tag länger zu bleiben. Mal sehen was der Morgen bringt.
Bis dann.
21.06.06 Mount Field National Park
Heute haben wir uns erst einmal aufgemacht zum Mount Field NP. Dort sollte es einen Rundweg beginnend mit den Russel Falls, dem Tall Trees Walk, den Horseshoe Falls und den Lady Barron Falls. Als wir am Visitor Centre ankamen, sagte man uns, dass das letzte Stück des Rundweges aufgrund der Gefahr abbrechender Äste und umfallender Bäume gesperrt sei. Also gingen wir eben bis zu den Lady Barron Falls und den Weg dann wieder zurück. Aber der Weg hat sich gelohnt. Vor allem die Russel Falls waren wirklich schön.
Außerdem machten wir auch den Tall Tree Walk mit gigantischen Bäumen. Dagegen waren wir geradezu Kleckse in der Landschaft, wie ihr an dem Foto auch unschwer erkennen könnt. Der weiße Punkt da unten rechts bin ich…
Dieser Walk dauerte ca. 2 ½ Stunden. Anschließend machten wir uns dann auf den Weg zum Lake Dobson, was gerade mal 16km entfernt war. Unser Hausherr hat uns heute morgen diesen Geheimtipp gegeben und meinte, wir müssten auf jeden Fall dorthin, wenn wir schon einmal in der Nähe seien. Die Landschaft wäre komplett anders als unten bei den Falls. Das war auch tatsächlich so. Zum einen ging es erst einmal 16km eine Gravel Road bergauf bis auf 1100m. Allein die Fahrt war schon ein kleines Abenteuer. Man bedenke, die „Straße“ war etwas schmäler als unsere Waldwege in Deutschland, nur dass viel mehr Verkehr war. Oben angekommen, haben wir uns wieder in ein Log-Buch eingetragen und sind dann los. Von dort aus konnte man sogar schon einen Ski- und Alpine Track gehen. Schneebedeckte Bergspitzen haben wir tatsächlich auch gesehen. (Ja, ja, keine Sorge, wir beneiden euch ein bisschen um den Sommer, aber nur ein bisschen
). Haben wir schon erwähnt, dass wir dieses Jahr beide das erste Mal im Winter Geburtstag haben? Das wird bestimmt auch mal spannend. Na gut, weiter im Text. Der Rundweg um Lake Dobson erwies sich wirklich als Geheimtipp, denn es war einer der schönsten Walks, die wir bisher gemacht haben. Vielen Dank an Henry Stauffer!
Nachdem wir irgendwann wieder die 16km Gravel Road bergab hinter uns gelassen hatten, entschieden wir uns dann auch kurzerhand wieder dazu, noch mal zurück nach New Norfolk zu Mr & Mrs Stauffer zur „Heimat“ zu fahren. Da wissen wir, was wir haben! Mr Stauffer meinte nur mit einem Grinsen auf dem Gesicht, als er uns wieder sah „Oh, weit seid ihr aber nicht gekommen
.“
Bis bald, ihr Lieben…
23.06.06 Mount Rufus und Shadow Lake – Lake St. Clair NP
Gestern ist nicht viel passiert. Hatten eine lange Anfahrt zum Lake St. Clair National Park und haben zum Tagesabschluss noch einen 1,5 Stunden Walk hinter uns gelegt.
Heute sind wir dann ganz früh wieder aufgestanden, um feststellen zu müssen, dass es in Strömen regnete. Eigentlich hatten wir ja vor zum Mount Rufus aufzusteigen. Das ist ein 7 Stunden Rundweg. Er führt zum Gipfel vom Mount Rufus und zu einigen sehr sehenswerten Plätzen in der Umgebung. Tja, leider war da halt dieser Regen. Naja, dachten wir. Wir warten halt mal ab, frühstücken mal und sehen dann weiter. Wir hatten Glück, während dem Essen brach die Wolkendecke auf und wir wagten das Abenteuer, den Gipfel zu bezwingen.
Mit gepackten Rucksäcken machten wir uns auf den Weg zum Visitor Center, um uns in das Logbook einzutragen.
Der Weg zum 1436m hohen Gipfel brachte uns ganz schön ins Schwitzen, aber das raue „Lüftchen“ da oben kühlte uns schnell wieder ab! Wir mussten beide zum Teil ganz schön gegen die Naturgewalten ankämpfen. Aber es war ein atemberaubendes Gefühl, als wir nach drei Stunden den Gipfel erreichten. Von dort oben hatte man doch schon eine tolle Aussicht auf die Umgebung. Die Kamera hatte keine Zeit auszuruhen!
Nach dem anstrengenden Aufstieg folgte natürlich direkt der Abstieg. Er gestaltete sich landschaftlich noch interessanter. Wir durchwanderten ca. vier verschiedene Landschaftsformen, die immer wieder aufs Neue großartig wirkten. Hier ein paar Impressionen:
Alles in allem war es eine wunderschöne Wanderung und die Anstrengung hat sich auf jeden Fall gelohnt.
24.06.06 Echo Point Walk – Lake St. Clair NP
Hallo erst mal… also, zum heutigen Walk, der über 3 Stunden vom Visitor Centre zum Echo Point ging, gibt es nicht so viel zu sagen. Dieser Track ist der letzte Teil des über 80km langen Overland Tracks, den wir auch unbedingt machen wollten. Allerdings haben wir feststellen müssen, dass wir dafür noch nicht fit genug sind. Wir haben heute noch mal zwei Backpacker auf dem Weiterweg nach Queenstown mitgenommen, die den Overland gemacht haben. Sie hat nach 4 Tagen höllische Knieschmerzen bekommen und er ist auch krank geworden, sodass sie den Track von 10 geplanten Tagen auf 6 Tage abkürzen mussten. Wir haben uns vorgenommen, bevor wir den Track wagen, erst einmal richtig zu trainieren, damit uns das nicht auch passiert.
Aber gut… heute war der erste Tag, an dem es Petrus nicht so gut mit uns meinte. Es nieselte ständig, zwar mit sonnigen Abschnitten, aber die Nässe hatte definitiv Vorrang. Das wäre ja nicht so tragisch gewesen. Leider war der Boden sehr aufgeweicht und 80% des Weges war einfach nur matschig. Außerdem waren natürlich die ganzen Wurzeln sehr glatt, sodass wir mehr damit beschäftigt waren, nicht hinzufallen, als dass wir uns die Landschaft hätten angucken können. Aber was wir gesehen haben, hat uns nach dem gestrigen Super-Walk nicht wirklich aus den Latschen hauen können. Letztendlich waren wir 1 ½ Stunden bevor uns die Fähre abholen sollte, am Ziel „Echo Point“ angekommen.
Dort gab es eine kleine Hütte, in der vor allem die Backpacker, die den Overland machen, die letzte Nacht schlafen. Aber es war so was von schweinekalt dort, ihr könnt euch das in dem warmen Deutschland sicher nicht vorstellen. Ok, die Fähre kam dann auch irgendwann und wir waren richtig froh, bald wieder in unserem schönen „Heim“ zu sein. Wie gesagt, zum heutigen Track gab es nicht so viel zu sagen, aber zur letzten Nacht:
Wir hatten mal wieder einen „Besucher“. Dieses Mistvieh von Opossum hatte uns die vorige Nacht bereits ein paar Mal erschrocken, indem es versuchte, auf den Camper zu klettern. Als es das anscheinend irgendwann geschafft hatte, meinte es dann, uns mal kräftig auf die Frontscheibe kacken zu müssen! Das war gestern Nacht. Heute Nacht, wir lagen noch nicht lange im Bett, da ging das ganze Gekraxel schon wieder los. Wir haben gedacht, es kann nicht wahr sein. Das Vieh versuchte tatsächlich wieder ständig, aufs Auto zu klettern. Aber wie! Ständig hörte man Kratzgeräusche und dann hatte es anscheinend keinen Halt mehr und ist dann mit ausgefahrenen Krallen am Lack runter gerutscht. Das hörte sich an, als ob jemand mit den Fingernägeln an einer Tafel kratzt. Ja genau! Ganz schön ätzend! Nach einer guten ¾ Stunde hatten wir dann keinen Bock mehr auf das Theater. Als das Vieh auf unserem Dach so seine „Runden“ drehte und wir dachten, jemand geht da oben spazieren, zog Andreas das Ausstelldach ein paar Zentimeter ein. Daraufhin hat das Opossum dann Panik bekommen und ist abgehauen auf (bis heute Morgen) nimmer wieder sehen. Als wir uns das ganzen dann heute Morgen mal angeguckt haben, fanden wir einen ganzen Büschel Haare zwischen Aufstelldach und Auto. Andreas meinte dann nur: „Zu uns hat man früher immer gesagt: Wer nicht hören will, muss fühlen!“
So, das war’s mal wieder für heute und scheut euch nicht, uns ganz viele Messages auf die Seite zu schreiben. Wir freuen uns immer riesig über Kommentare aus der Heimat!
Ostküste Tasmanien 19 Jun, 2006
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11.06.06 Bay of Fires oder ein (fast) perfekter Tag
Heute Morgen sind wir mal wieder etwas früher an gewesen und konnten entsprechend früh in Richtung Bay of Fires los. Unser Zielort sollte für’s erste Binalong Bay sein und was uns dort erwartete, übertraf unsere Erwartungen bei weitem: Kristallklares, sauberes Wasser, weißer Sandstrand und eine atemberaubende, wunderschöne Küste. Es war so, wie man die Bilder aus der Bounty-Werbung kennt. Wirklich ein Hammer! Und wer mich kennt, weiß, dass ich bei so etwas ja vollkommen dahin schmelze. Da könnte ich den ganzen Tag sitzen und einfach nur das Wasser angucken. Wow! Mehr kann ich dazu nicht sagen.
Na gut, dieser wunderschöne Strand lud einfach zum Spazieren gehen und vor allem auch zum Fotos schießen ein. Das ging gar nicht anders. Also, Foto vom Stein, Foto nach links vom Strand, Foto nach rechts vom Strand, Foto vom Wasser… Fotos, Fotos, Fotos. Das ganze führte natürlich auch dazu „Oh, lass uns ein Foto von unseren Füßen machen, wenn wir im Wasser stehen!“ Ich schnappe mir also den Fotoapparat und laufe einen Meter ins Wasser – und gleich auch wieder raus. War das kalt, verdammt! Nun gut, das kann ja nicht so schlimm sein. Also, noch mal rein und versucht, ein Foto zu schießen. Das stellte sich jedoch, trotz geringem Wellengang, als gar nicht so einfach heraus. Und man darf nicht vergessen, das Wasser war immer noch schweinekalt. Ich habe es nicht ausgehalten und bin letztendlich ohne Foto wieder aus dem Wasser. Dann wollte Andreas das auch mal probieren. Also, Hose hoch gekrempelt und ab ins saukalte Nass. Ich habe mir das ganze so vom Strand aus angeguckt, was Andreas da so trieb. Kamera am Auge und mal hier ein Foto vom Fuß und noch eins… als eine etwas größere Welle auf ihn zukam. Ich rief noch „Pass auf!“, aber da war es schon zu spät. Herr Welter sah nun aus, als hätte er sich mal ins Höschen gemacht. Stand ihm gut, war aber wie bereits erwähnt, vielleicht doch ein bisschen zu kalt. Das hieß also erst einmal: Umziehen!
Ok, neu eingekleidet konnten wir dann endlich weiter gehen. Ich hatte immer noch meine Schuhe aus und bin so mit den Füßen im Wasser gelaufen, was inzwischen auch gar nicht mehr so kalt war (oder vielleicht auch nur erschien). „Lass’ uns aber noch bis dahinten hin gehen zu den Felsen“, waren wir uns einig. Es war einfach so was von schön. Die Sonne, der Strand, das Wasser und wir beide… hach! An den Felsen angekommen, fing die Kletterei an. Stein hoch, Stein runter… bis Andreas irgendwann rief „Komm’ mal gucken.“ Man beachte, dass ich immer noch die Kamera hatte und fleißig dabei war, Fotos zu machen, als ich ihm dann nach bin, um ihn zu suchen. Als ich Andreas fand, war er schon dabei, seine Hose auszuziehen, um nur in seiner Unterhose durchs dort seichte Wasser zu waten. (Er war bis auf seine Hose noch voll bekleidet). Ich wollte gerade ein Foto von ihm machen, als es nur noch ‚klatsch’ machte und er samt Klamotten im Wasser trollte. Im ersten Moment habe ich mich so erschrocken, dass ich vor lauter lauter total vergaß, Fotos zu machen (was ich jetzt ganz schön bereue!). Jetzt war er dann endlich richtig nass! Aber er konnte noch lachen. Seine Klamotten trieften nur so vor Wasser. Seine Weste hatte sich so was von voll gesaugt, dass sie nun super schwer war. Aber auch seine T-Shirts und seine Unterhose waren klatschnass. Na toll: Zwei Kilometer vom Auto weg, windig ohne Ende und nicht unbedingt warm! Wir haben uns selbst dann mal als ‚Wäscheleinen’ umfunktioniert, in der Hoffnung, dass wenigstens noch ein T-Shirt auf die Schnelle trocknen sollte. Dem war aber nicht so. Gott sei Dank hatte er vorher noch seine Hose ausgezogen, so dass die wenigstens trocken war. Ach ja, er hatte sich bei dieser Aktion übrigens auch noch diverse Platz- und Schürfwunden zugezogen. Kerle!
Zu guter letzt hat er dann die nassen Sachen wieder angezogen und wir sind zügig zum Auto aufgebrochen. Das Auto sah aus wie ein Sandkasten, nachdem er sich darin die dritte Montur für heute angezogen hatte.
Daraufhin entschieden wir uns dann mal für’s Weiterfahren zu „The Gardens“. Wir wussten auch nicht, was das sein sollte. Wie sich herausstellte, handelt es sich hierbei einfach nur um ein kleines Dorf. Aber die Anfahrt dorthin ist herrlich. Die Küste ist auch hier wieder traumhaft schön gewesen. „An einem Strand, wo sonst keiner ist, gehe ich nackt baden“, meinte Andreas dann auf einmal. (Ist ja nicht so, als wäre er nicht schon zweimal im Wasser gewesen, gell!) „Na klar“, meinte ich dazu nur, „ist ja auch gar nicht kalt, gell.“ Aber er hat es tatsächlich getan! Ich habe natürlich Beweisfotos geschossen, die müssen aber noch zensiert werden
. Wie dem auch sei, war er nach seiner Aktion ‚stolz wie Oskar’, aber auch mindestens genauso froh, dass ich für ihn an ein Handtuch gedacht hatte. Es war nämlich auch an diesem Strand nicht wärmer, als an den anderen
.
Zu guter letzt sind wir dann noch zu den Peron Dunes. Hierbei handelt es sich um bis zu 20m hohen Sanddünen und man kam sich vor wie kleine Kinder in einem riesengroßen Sandkasten. Es war toll!
Da wir noch immer in der Nähe von St Helens waren, wo wir gestern übernachtet hatten, sind wir auch heute wieder auf denselben Campingplatz gefahren. Da wissen wir, was wir haben. Der hier hat eine riesengroße Campers Kitchen, in der wir auch gleich mal lecker Chinesisch gekocht haben. Bei loderndem Kaminfeuer (was aber nicht wirklich gewärmt hat, weil dort keine Isolierung vorhanden ist, aber gut) haben wir dann unser Mahl genossen.
So, das war’s für heute. Wir wünschen noch einen schönen Tag!
13.06.06 Wineglass Bay – Hazards Track
Für den heutigen Tag haben wir uns was ganz besonderes vorgenommen. Mal richtig früh aus den Federn. Hehe, ne das war natürlich nicht das besondere. Da wir ja immer bis spätestens um 10 Uhr auschecken müssen, müssen wir halt früh aus dem Bett. Das eigentliche besondere ist der Anblick der Wineglass Bay. Wir kannten sie bisher nur von Fotos, auf denen sie sehr imposant wirkte.
Nach einer Fahrt von 10 Minuten waren wir auch schon am Visitor-Information-Center, um uns unseren Stempel für den Parkpass abzuholen. Dann noch mal 5 Minuten Fahrt bis zum Parkplatz. Jetzt aber nichts wie in die Wanderstiefel und über den Berg. Leider ging es dann doch nicht so schnell. Kleine Vorgeschichte: Daniela’s neue Wanderschuhe drücken ein wenig beim laufen, deshalb hat sie sich letzte Woche auch gleich mal zwei dicke Blasen an den Fersen zugelegt. Jetzt gibt es nur noch „Plaster for blister“ (Blasenpflaster) und Babyöl. Naja, vielleicht kommt ja bald die Hornhaut und sie kann die Wanderschuhe wieder anziehen. So weiter im eigentlichen Text: Ähmmm… wo war ich… Auch ja, also Daniela noch mal raus aus den Schuhen und rein in die Winterstiefel mit dickem Fell innen. Dann ging es aber los. Rucksack auf den Rücken mit jeder Menge Wasser, Müsliriegel und Obst. Ach ja, natürlich auch Pflaster und den Foto (um es mal wie ein Pälzer auszudrücken). Wir suchten uns dann einen von vielen Tracks aus und trugen uns in ein Buch ein, in das man sich eintragen muss wenn man los geht und wenn man zurück ist. Dabei sahen wir auch Leute, die eine Drei-Tages-Tour durch die Gegend machten. Wir aber machten nur eine Fünf-Stunden-Tour, hat aber auch gereicht. Der Anfang war am schwersten, wir mussten über den Berg zur anderen Küstenseite. Aber nach der Anstrengung wurden wir auch prompt mit einem wunderschönen Anblick belohnt.
Dann ging es runter zum Strand. Dieser war aber nicht ganz so weiß wie der den wir in der Bay of Fires gesehen haben. Aber es war doch schon sehr schön.
Die Tour führte uns dann noch mal quer über die Halbinsel auf die andere Seite der Küste. Auf dem Weg dorthin sind uns sehr viele Austern im Wald aufgefallen. Ja, Austern! Sie sind anscheinend von den Vögeln aus dem Meer gefischt worden, um sie dann zum Verspeisen in den Wald zu bringen. Diese lassen sie dann auf Steine fallen, um an das leckere Innere zu gelangen. (lecker ist aber Geschmackssache!) Sah schon irgendwie lustig aus, Muscheln im Wald.
Nach ca. vier Stunden hatten wir den Track hinter uns gelassen und fuhren zu einem Aussichtspunkt an dem heute Wale gesichtet wurden sollen. So wurde es uns am Visitor-Information-Center jedenfalls gesagt. Nach einer Strecke von 5 km, die ganz schön steil war, (ich frage mich wie die das geteert haben, das war an manchen Stellen so steil, dass wir im zweiten Gang nur 40 km/h bei Vollgas drauf bekommen haben) sind wir an einem Leuchtturm mit gut ausgebauten Parkmöglichkeiten angelangt. Dort gab es auch einen sehr schön angelegten Weg über die Klippen und einer Aussichtsplattform. Nach 20 Minuten gespannt auf die Wellen gucken sind wir dann doch wieder gefahren. Leider ohne einen Wal gesehen zu haben.
Ja, das war eigentlich so unser Tag. Danach sind wir nur noch nach Swansea, um auf einen Campingplatz zu fahren, kochen, duschen und zu schlafen, um morgen neuen Abenteuern in die Augen zu sehen.
Ach ja noch was. In Australien will jede Gemeinde etwas Besonderes oder was Tolles sein, oder haben. Gestern waren wir ja in Coles Bay. Dort haben wir ein Prospekt mit allen tollen Sachen, die man dort machen kann, bekommen. Darauf stand „Coles Bay is Australia’s first plastic bag free town“. Man bedenke, es ist eine 118-Seelen-Gemeinde. Nicht schlecht, meinen wir. Das ist uns doch glatt einen Eintrag auf unserer Seite wert. Wir werden bestimmt noch mehr dieser Aussie-Eigenschaften begegnen und euch davon berichten.
So, jetzt ist aber Schluss. Abschalten… (wisst ihr noch, das hat der Peter Lustig immer gesagt.)
15.-17.06.06 Maria Island
Als nächstes bzw. erstes richtiges Abenteuer haben wir uns diesmal etwas ganz besonderes ausgedacht. Wir gehen campen (im Winter!) und das für 3 Tage! So! Dazu haben wir uns Maria Island ausgesucht, die laut unserem Reiseführer für „First time overnight-walks“ geradezu wie gemacht ist. Nun gut…
(Ganz kurz nebenbei: Wir hatten natürlich keinen Laptop mit. Die ganzen Aufzeichnungen haben wir auf ein Diktiergerät (was wir nicht alles dabei haben, gell) aufgenommen und im Nachhinein dann erst aufgeschrieben.)
15.06.06
Nach Ankunft auf Maria Island sind wir dann voller Tatendrang mit unseren 15kg-Rucksäcken auf dem Buckel los marschiert. Gleich am Anfang stand dann auch ein Schild „French’s Farm 2,5h“. French’s Farm ist nur 20min von unserem eigentlichen Ziel entfernt. Als Andreas das Schild sah, meinte er nur „Wie? Nur zweieinhalb Stunden??“ Er war geradezu entsetzt.
Als wir dann nach – keine Ahnung – 3 Stunden an der French’s Farm ankamen, waren wir bereits total kaputt. Ich hatte mal wieder 2 neue Blasen zusätzlich zu den noch Vorhandenen dazu bekommen. Es war toll! Nun gut, nach erschöpfenden 20min sind wir dann tatsächlich auf unserem eigentlichen Campingplatz Encampment Cove angekommen. Wir sind „feddich wie Schaffbuxen“. Andreas hat gerade Feuer gemacht.
Hinter mir sitzt ungefähr 10m entfernt ein Känguru. Unterwegs haben wir auch schon einen Wombat gesehen. Andreas hat ihn fotografiert. Er konnte bis zu einem Meter an ihn heran gehen, weil er Andreas durch den Wind nicht gehört hat. Und jetzt stellen wir erst einmal unser Zelt auf und dann sehen wir weiter.
16.06.06
Guten Morgen. Also, nach einer etwas durchfrorenen Nacht, haben wir doch relativ lange geschlafen bis 8 Uhr oder so. Inzwischen hat Andreas auch schon wieder Feuer gemacht, um unser Zeug von gestern abend zu spülen und Tee zu kochen. Gestern abend haben wir bis ca. 21h an unserem Lagerfeuer gesessen und in der Zeit kamen ganz viele Opossums und Kängurus. Die Opossums kamen sogar bis ans Feuer und einer sogar an meine Füße. Mit diesem war ich dann nicht so froh, aber gut. Alles in allem, war es doch ganz nett.
Da fällt mir doch gerade noch eine Anekdote von Andreas ein von gestern abend: Er hat gedacht, teste ich doch mal, wie scharf das Schweizer Messer ist, das wir hier so mit uns führen und hat dieses dann mit offener Klinge in den Kochtopf gelegt, um dann später Klein-Daniela hinzuschicken und zu sagen „Geh hol doch mal das Messer“. Daniela geht hin und fährt natürlich mit dem Daumen „volle Wutz“ in die Klinge rein, weil es ja dunkel war und man nichts mehr gesehen hat. Es hat geblutet wie Sau (an dieser Stelle viele Grüße an Matt
), aber Andreas weiß jetzt, dass das Messer scharf ist. Das war doch ein sehr ergiebiger Abend für Andreas!
Andreas kocht gerade Tee. Man muss aber noch dazu sagen, dass das Wasser Regenwasser ist und wir gerade ein komisches schwimmendes Vieh daraus fischen mussten, irgendeine Larve oder so was. Sehen wir mal, was wir uns alles (für Krankheiten) eingefangen haben, bis wir wieder zurück sind.
Nachtrag: Unsere Verpflegung für die nächsten 3 Tage besteht aus: 16 Scheiben Brot, einer kleinen Stange Salami, 12 Scheiben Käse, 4 Päckchen 2-Minuten-Nudeln, 6 Äpfeln und 16 Müsliriegeln.
Heute haben wir unseren geplanten 5h-Walk zur Haunted Bay unternommen. Da wir aber noch so geschafft waren von gestern, hat uns das ganze sehr angestrengt. Daniela hat auch schon wieder eine Blase mehr (Ist ja nicht so, dass sie nicht schon genug davon hätte. Nein, sie muss sich immer mehr davon holen!) und ein steifes Bein hat sie auch noch und die Hüften machen es eh nicht mehr lange mit. Soviel dazu, aber gut…
Was sollen wir sagen? Wir sind doch ganz schön froh nach der Wanderung wieder an unserem warmen Feuerchen zu sitzen und freuen uns schon auf unser lecker Süppchen mit Nudeln, das wir uns kochen. Die Vorspeise, unseren Aprikosen-Müsliriegel, hatten wir gerade schon. Aber darauf kann man sich ganz schön freuen, wenn man so weit gelaufen ist, haben wir heute wieder festgestellt. Ansonsten haben wir heute ausnahmsweise Nachbarn, die aber ein bisschen bekloppt sind. Es sind zwei 13- oder 14-jährige Mädels, die die ganze Zeit irgendwas durch die Gegend brüllen. Sind wir also mal gespannt, was wir von den beiden noch so zu erwarten haben.
17.06.06
Die letzte Nacht haben wir nicht wirklich mit Schlafen verbracht. Nein! Auch nicht das, was ihr jetzt denkt! Tssss! Ober-tssss! Gell, Katja
. Nein, „Friedhof der Kuscheltiere“ lässt grüßen. Wir haben uns todmüde ins „Bett“ gelegt, weil wir ja auch für den Rückweg heute wieder fit sein mussten. Andreas war auch schon eingenickt, als sich auf einmal jemand am Reißverschluss von unserem Zelt zu schaffen machte. Ohne Witz, ich (Daniela) hatte komischerweise auch 5 Minuten vorher aus irgendwelchen Gründen tatsächlich an den Film „Friedhof der Kuscheltiere“ gedacht. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen was für ein Gefühl das ist, wenn dann auf einmal einer versucht, den Reißverschluss vom Zelt zu öffnen. Stocksteif habe ich dann mit meiner Faust Andreas’ Bein geschlagen. Er ist dann auch aufgewacht und ich nur „Hörst du das???“ Er lauschte und hörte das Geräusch und meinte dann in seinem schlaftrunkenen Zustand „Bist du das?“ Ich, total entsetzt: „Na klar!!“ In dem Moment ist er dann anscheinend richtig aufgewacht und hat dann „Hey, hey, hey!“ ganz laut gebrüllt und ein paar Mal gegen das Zelt geschlagen. Daraufhin war es dann auch ruhig. Todesmutig hat er sich dann gewagt, den Reißverschluss zu öffnen und raus zu gucken, aber niemand war zu sehen. Ok, also noch mal ins Zelt.
Aber wir waren beide so wach und vor allem so angespannt, dass wir natürlich alles konnten, aber bestimmt nicht schlafen. Es dauerte auch keine 10 Minuten, da war der Kerl schon wieder! Ich habe schon die Schlagzeilen gesehen „Zwei Deutsche von Outbackmörder umgebracht“. Andreas hatte diesmal aber schon die Taschenlampe in der Hand, um ganz schnell handeln zu können und dem Täter ins Gesicht zu sehen. Ich war zwar auch vorwitzig wie Sau, aber ich hatte vielleicht einen Schiss. Und da war er dann auch! Von Angesicht zu Angesicht standen sie da: Andreas und Er! Einen halben Meter vom Zelt entfernt: ein Opossum!
Glaube ich das? Das dreiste Vieh hat doch tatsächlich die Reste unseres (bereits gegessenes) Essens, das wir im ungespülten Topf im Vorzelt stehen hatten, gerochen und versucht, da irgendwie ran zu kommen. (Und das, obwohl wir unsere müffelnden Schuhe extra drum herum gestellt hatten.) Nun gut.
Jetzt, da wir unseren Gegner kannten, ergriff Andreas auch gleich Gegenmaßnahmen und legte unseren „im-Feuer-rumstocher-Stock“ wie eine Art Ruder griffbereit zwischen die beiden Reißverschlüsse, sodass ich beim nächsten Angriff nur noch „rudern“, d.h. den Stock hin und her schlagen musste. Nach zwei weiteren Versuchen von Seiten des Viehs und einem mit Muscheln nach dem Vieh werfenden Andreas, hatte auch dieses Leid ein Ende. Aber… anschließend waren wir beide so was von wach, dass an Einschlafen nicht mehr wirklich zu denken war. Als wir beide dann irgendwann dachten „Jetzt muss es aber langsam mal hell werden“, war es gerade mal 1 Uhr nachts. Es war zum Verzweifeln.
Aber auch diese Nacht hatte irgendwann ein Ende und nach einem tollen Frühstück machten wir uns dann schon wieder auf den Rückweg in Richtung Fähre. Auf dem Weg sahen wir auch wieder ganz viele Wombats. Sind ganz schön urschelig (für alle, die mich nicht kennen: urschelig = niedlich, süß. An dieser Stelle viele Grüße an Iris)!
Das war unser erstes richtiges Abenteuer!
18.06.06 Hobart – Mount Wellington
Obwohl wir gestern nach bereits 3 fast schlaflosen Nächten todmüde waren, haben wir auch diese Nacht ständig wach gelegen und uns nur von einer Seite auf die andere gewälzt. Und das, wo wir uns doch so auf unseren fantastischen Camper und unser tolles Bett gefreut hatten. Naja!
Nach einem leckeren Frühstück machten wir uns heute auf den Weg nach Hobart, die Hauptstadt Tasmaniens. Zuerst haben wir unseren Campingplatz gesucht und sind dann auch gleich darauf in die Stadt gefahren. Ich persönlich finde, dass es ein richtig gemütliches Städtchen ist. Es gibt einen schönen Hafen und die Fußgängerzone ist auch sehr ansprechend. Da hier jedoch die meisten Geschäfte an einem Sonntag geschlossen sind, gab es nicht so viel zu tun hier. Andreas schlug dann vor „Lass’ uns doch zum Mount Wellington fahren.“ Ok! Und es war eine gute Idee!! Mount Wellington ist etwas über 1200m hoch und erhebt sich gleich hinter der Stadt. Von unten bis zum Gipfel sind es 12km. Die Fahrt nach oben war schon wieder ein kleines Abenteuer. Die Australier kennen hier nämlich keine Leitplanken! Aber ich glaube, das haben wir schon einmal erwähnt. Na gut, wo waren wir. Oben angekommen hatten wir eine fantastische Aussicht auf Hobart und die Umgebung. Ach was sage ich? Von 1200m sieht man schon ein bisschen mehr als nur die Umgebung. Aber guckt Euch das doch selbst an:
Dann bis bald mal wieder. Liebe Grüße, Daniela & Andreas
Tasmanien’s Norden 10 Jun, 2006
Posted by Daniela & Andreas in Australien, Tasmanien.5 comments
06.06.06 Fahrt nach Tasmanien
Was ein tolles Datum, wer hat denn eigentlich da geheiratet?
Gestern waren wir in Melbourne. Die Fahrt von Geelong aus dauerte eine Stunde und kostete gerade mal 15$ p. P.. Eigentlich gibt es da auch sonst nicht viel zu sagen, da Melbourne uns nicht wirklich vom Hocker gehauen hat. Naja, können halt nicht alle Städte so schön wie Sydney sein.
Aber als Entschädigung wartete schon die „Spirit of Tasmania“ auf uns. Mit dieser Fähre setzten wir heute über nach Tasmanien. „Das wird bestimmt der Hammer, endlich mal wieder ein richtiges Bett und eine normale Dusche.“, dachten wir. Wir freuten uns wie kleine Kinder auf Weihnachten.
Da wir schon um 12 Uhr am Hafen ankamen, hatten wir noch sehr viel Zeit ein wenig die Gegend unsicher zu machen. Wir kauften uns noch einige Kleinigkeiten und warteten bis 17 Uhr auf das Boarding. Zu beachten sind noch einige Sachen: Da es nicht erlaubt ist, frisches Obst und Gemüse nach Tasmanien mitzunehmen, gibt es eine strenge Kontrolle. Motorhaube, Kofferraum und das Innere des Campers wurden gründlich unter die Lupe genommen, bevor wir auf’s Schiff fahren durften. Ach ja, natürlich wurden wir auch gefragt, ob wir leichte Raketen oder Sprengstoff mit uns führen. Natürlich nicht!
Beim eigentlichen Check-In nannte Daniela ihren Namen und der freundliche junge Herr am Schalter wusste gleich Bescheid. Wir wunderten schon als er „Ah, yes!“ sagte und wir keine weiteren Bestätigungsnummern oder ähnliches vorzeigen mussten. Als nächstes reichte er uns Kabinenschlüssel und meinte „You have been upgraded to deck seven!“ und dachten uns nicht viel dabei, weil Deck sieben direkt über den Parkdecks lag und es noch drei weitere Decks gab.
Wir parkten unseren Wagen also auf Deck fünf und gingen mit gepackten Koffern (Rucksäcken) in Richtung der Schlafdecks. Als wir dort ankamen, wartete auch schon ein Security-Mensch vor dem Kabinengang, um die Zimmernummer zu sehen. Nachdem wir sie ihm gezeigt hatten, erklärte er uns den Weg, dem wir dann auch gleich folgten. Wir gingen und gingen bis ein Schild uns sagte „DELUXE Cabines“. Dann haben wir uns mal überraschen lassen und nichts ahnend in die Kabine. Was wir hier hatten, war tatsächlich eine Luxus-Kabine und das auch noch das auch noch ganz vorne. Ein Riesenbett, Fernseher, Sitzgelegenheit, Bad mit Dusche UND eine Flasche Schampus auf’s Haus! Die haben wir uns dann auch gleich mal gegönnt und Andreas’ Papa angerufen, um ihm gleich mal davon zu berichten. Es war toll!! Zur Vollendung dieses schönen Abends haben wir uns dann auch mal ein richtig leckeres Dinner gegönnt. Das kann man durchaus eine gelungene Überfahrt nennen
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07.06.06 Erster Tag auf Tasmanien
Bitterkalt!!! Das war unser erster Eindruck und auch noch der zweite und dritte. Aber ok, da müssen wir nun wohl durch. Nachdem wir von Bord kamen, durften wir dafür aber auch gleich mal einen Sonnenaufgang am Meer beobachten, der uns ein klitzekleines bisschen für die Kälte entschädigte. Da wir uns vorher noch keine Gedanken gemacht hatten, wohin es eigentlich nach Devonport gehen sollte, haben wir auf einem Parkplatz Karten und Prospekte gewälzt und fanden dabei den Narawntapu Nationalpark. Das sollte also unser heutiges Ziel werden. ABER zu allererst sind wir in den nächsten Outdoorladen und haben uns beide mal eine Mütze gekauft. Die werden wir hier definitiv brauchen!
Was uns aber doch sehr erstaunte war, dass wir hier froren wie die Hunde und aus dem Auto nebenan stiegen 3 Mädels in kurzen Röcken und ohne Strumpfhosen. Und verzogen dabei keine Miene. In Sydney war es ja für uns Mitteleuropäer warm und alle liefen in gefütterten Stiefeln und Handschuhen durch die Gegend. Aber hier bei tatsächlicher Kälte laufen die Mädels mal eben so in kurzen Röcken herum. Es ist einfach eine verkehrte Welt hier!
Nach einer kurzen Fahrt zu diesem NP waren wir auch schon bald dort angekommen. Wir entschlossen uns ein wenig zu wandern. Gingen zur Dame im National Park Center und ließen unseren National Park Pass abstempeln. Dazu müssen wir noch sagen, dass man, um in die NP zu kommen, den Pass benötigt. Diesen gibt es für einen Tag oder direkt für einen längeren Zeitraum. Wobei unserer acht Wochen gültig ist. Tja, was soll ich sagen, wir suchten uns einen Track aus, der den angebrochenen Tag noch ausfüllen würde und entschieden uns für einen drei Stunden Walk. Auf der Tour haben wir jede Menge Wallabies, Wombats, Krebse und Vögel ohne Ende gesehen. Abgesehen davon war kein Mensch weit und breit! Einfach toll.
So, das reicht dann mal wieder für heute. Bis die Tage.
08.06.06 Port Sorell – Launceston – Low Head
Heute sind wir wieder einmal etwas durch die Gegend gefahren. Unsere erste Etappe ging von Port Sorell über Grindelwald nach Launceston. Grindelwald hört sich doch irgendwie Deutsch an, oder? Dachten wir auch und haben uns das ganze mal angesehen. Das ganze nennt sich Swiss Village und ist als Touristenattraktion bekannt. Die Häuser sehen tatsächlich schweizerisch aus. Aber seht selbst.
Als nächstes sind wir nach Launceston gefahren und haben auf dem Weg auch noch einen kleinen 1,5 Stunden Walk gefunden. Dieser war als mittelschwer ausgewiesen. Aber irgendwie verstehen wir dieses System nicht ganz. Er war kinderleicht und ging immer nur eben auf einem Holzsteg entlang. Nichts desto trotz konnten wir sehr viele Vögel beobachten. Dann ging es weiter durch Launceston, wo wir für morgen Abend eine Ghost Tour gebucht haben. Morgen werdet ihr mehr darüber erfahren.
Wieder weiter Richtung George Town, diesmal aber mit einer Abkürzung, die uns zu einem anderen Walk brachte. Wieder alles nur Schlammpiste. Unser armer Camper sieht aus wie Sau. Naja, der nächste Regen kommt bestimmt. Unser heutiger Campingplatz liegt direkt neben einer dieser Pinguinkolonien. Wir werden sie uns aber nicht ansehen, das haben wir ja auf Phillip Island schon gemacht.
So, morgen ist das erste WM Spiel, das Daniela unbedingt gucken will. Leider kommt es erst um 1.30 Uhr. Das bedeutet, da liegen wir noch friedlich im Bett und sind am träumen.
Es ist nicht aller Tage Abend, wir kommen wieder, keine Frage!
09.06.06 Launceston
Launceston ist eine ca. 200 Jahre alte Stadt, wie wir heute bei der Ghost Tour erfahren haben.
Nach dem gemütlichen aufstehen und der Fahrt nach Launceston haben wir uns die Schlucht, die im Zentrum der Stadt liegt, angeschaut. Dort kann man sehr schön wandern, Sessellift fahren und Cable Hang Gliding. Dazu können wir aber Morgen vielleicht mehr schreiben. Heute sind wir nur gewandert. Danach ging es dann direkt zum Campingplatz um noch einige Sachen zu erledigen. Es musste mal wieder gewaschen werden. Leider gerieten wir dann auch einmal unter Zeitdruck. Schuld daran war der Trockner. Die Trockner die sie hier in Australien haben taugen nicht viel. Da steht dann groß drauf „Fast drying Queen“ aber drin ist nur ne laue Briese warmer Luft. Aber egal, wir haben uns dann später um die noch etwas feuchte Wäsche gekümmert. Zuerst ging es dann auf in die Stadt. Zu unserem Treffen am Startpunkt der „Ghost Tour“. Als wir uns da dann so alle versammelt hatten, wir waren übrigens die einzigen nicht australischen Touris, ging es dann auch schon los. Wir konnten uns vorher nicht viel darunter vorstellen aber es ist eigentlich ganz simpel. Man nehme einen Tourguide, eine Strecke durch die Stadt mit einigen dunklen Ecken und Räumen, dazu noch einige Geistergeschichten. Aber nicht zu guter letzt natürlich einige Spezial Effekte. So was wie zu klappende Sargdeckel oder abgehackte Köpfe die dir zugeworfen werden.
War ganz lustig. Vor allem hat man auch mal die Stadt gesehen wie man sie sonst nicht zu Gesicht bekommen würde. (ein kleiner Einwurf; da wir jetzt gerade halb 12 Nachts haben liegt et Daniela gerade da und schläft, wie süß. Ich mache mir hier die Arbeit und dokumentiere unsere tolle Reise und die schläft…. nene, nicht zu fassen!) So, weiter im Text. Hier noch ein paar Fotos.
Jo, sonst haben wir heute nichts mehr erlebt. Mal sehen was der morgige Tag bringt. Bis dann, gute Nacht.
Ach so, das mir der Wäsche die noch total nass war. Ja, wir haben dann mal eine Wäscheleine durch unser Auto gespannt um die ganzen Sachen über Nacht zu trocknen. Und so sieht das ganze dann aus. Hehe, sieht doch gut aus.


